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Gute Kontakte

16. März 2016 / by /

Experten sagen: Wenn es um die Karriere geht, ist das Netzwerk existenziell. Doch gerade Mädels tun sich mit dem Vernetzen verdammt schwer. Entweder, weil sie Angst vor dem Aufwand haben. Oder sich nicht anbiedern wollen. Zeit, umzudenken.

Netzwerken? Das ist doch nur was für Manager! Und für Leute, die sich bei den Rotariern oder im Lions-Club engagieren. Was soll eine stinknormale Angestellte damit? So denken viele. Und vor allem viele Mädels. Leider. „Frauen haben mit Netzwerken häufig nichts am Hut, weil sie sich nicht anbiedern wollen. In uns ist noch immer der Wunsch verwurzelt, gefunden zu werden. In Liebesdingen genauso wie vom potentiellen Arbeitgeber“, sagt Networking-Expertin Monika Scheddin. Die 55-Jährige ist Business-Coach und organisiert seit 20 Jahren Karriere-Veranstaltungen für Frauen. Monika Scheddin weiß, wie wichtig es ist, sich miteinander auszutauschen und in Kontakt zu bleiben. Nicht nur für den nächsten Job. Auch, weil Austausch einen immer weiterbringt. Aber viele scheuen sich. Dabei ist Networking gar nicht so zeitaufwendig, wie so manche glaubt.

 

Mit ehemaligen Kollegen Kontakt halten – das kann ja wohl jeder

 

Der erste Schritt: Mit ehemaligen Kollegen in Kontakt bleiben. Das geht ganz einfach über Netzwerke wie Xing und Linkedin. Und dann immer mal wieder interessiert nachfragen: Was machst du jetzt so, in welchen Unternehmen bist du gelandet? Jeder freut sich, wenn man sich für sein Leben interessiert. Man kann auch Menschen hinzufügen, die man bei Konferenzen, Vorträgen oder anderen Job-Gelegenheiten kennengelernt hat. „Dann am besten für sich gleich notieren, woher man die Person kennt, dazu das Datum und den Anlass. Beispielsweise bei Xing gibt es dazu passende Kategorien, in die man sein Netzwerk einteilen kann“, erklärt Monika Scheddin.

 

Easy und effektiv: Eine persönliche Nachricht zum Geburtstag

 

Wichtig sei es, etwa vierteljährig eine Neuigkeit zu posten, wie eine Art Lebenszeichen. „Menschen lieben es, anderen gratulieren zu können. Wenn man also die Masterprüfung bestanden hat, bei einem spannenden Projekt dabei ist oder einen neuen Job hat, sollte man damit nicht hinterm Berg halten“, rät die Karriere-Expertin. So bleibt man dem Netzwerk in Erinnerung, ohne aufdringlich rüberzukommen. „Es ist zwar ein alter Hut, aber Menschen freuen sich, wenn sie eine persönliche Nachricht zum Geburtstag erhalten. Solche Gesten darf man nicht unterschätzen“, erklärt Monika Scheddin. Wichtig sei es aber, sich die paar Minuten Zeit zu nehmen und wirklich etwas zu schreiben, was mit der Person zu tun hat.

 

Wenn man jemanden braucht, darf die Beziehung nicht schwach sein

 

Braucht man einmal von jemandem einen Kontakt oder will sich über den Job informieren, den seine Firma ausgeschrieben hat, kann man darauf bauen, dass derjenige einen als verbindlich und sozial kompetent in Erinnerung behalten hat. So geht networken. „Wenn ich später jemanden brauche, darf die Beziehung nicht schwach sein“, sagt Monika Scheddin. Man sollte also nicht erst dann ums Netzwerken kümmern, wenn man auf Jobsuche ist, sondern idealerweise vorher. Jeder kennt das: Wir helfen gerne denen, die uns auch schon mal etwas Gutes getan haben – oder die zumindest supernette Geburtstagsgrüße hinterlassen haben. Manchmal sind es eben die kleinen Gesten, die den großen Unterschied machen.


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Kira Brück (33) ist eigentlich ein Countrygirl aus Hessen, lebt heute aber in München. Beim Kolumnenschreiben lässt sich die Journalistin am liebsten von Eva Cassidy, Norah Jones und Tracy Chapman inspirieren. Auf die besten Ideen kommt Kira beim Ausreiten mit ihrem Pferd Fleur. Nicht widerstehen kann sie Choco Crossies, Mr. Darcy und sehr schnellem Skifahren.