Partnerschaft - miteinander streiten

Danke, Ex

06. Mai 2016 / by /

So richtig gut denkt kaum jemand an die oder den Ex zurück. Dabei haben sie uns alle viel mit auf den Weg gegeben. Wir müssen nur genau hinsehen – und uns darüber freuen, findet TNT Glitz Autorin Kira Brück.

Vor ein paar Jahren hatte ich keinen blassen Schimmer, was ein Spieltag ist. Geschweige denn die „Englische Woche“. Fußball war für mich so weit weg wie für Hulk Hogan eine Ballett-Soiree. Dann verliebte ich mich in einen Fußballfan und blieb viele Jahre mit ihm zusammen. Ich konnte gar nicht so schnell schauen, da hatte er mit ein Trikot seiner Lieblingsmannschaft geschenkt. Irgendwann hörte ich wie selbstverständlich samstagnachmittags mit ihm im Radio die Fußball-Konferenz, wenn wir gerade mit dem Auto unterwegs waren. Der Fußballfan und ich, wir sind heute nicht mehr zusammen. Aber die Begeisterung für diesen einen Verein hat er mir gelassen. Noch heute freue ich mich, wenn seine Lieblingsmannschaft gewinnt.

Jeder Ex hat etwas Gutes in mir hinterlassen

So könnte ich das mit allen Jungs durchspielen, mit denen mich mal zärtliche Gefühle verbanden. Erst zähmen wir einander, dann prägen wir uns gegenseitig. Das ist doch ein richtig schöner Gedanke. Wenn ich genau überlege, hat jeder etwas Gutes in mir hinterlassen. Ich sollte keine Namen nennen, aber N gab mir ganz viel Selbstvertrauen mit auf den Weg – weil er an mich und meine Fähigkeiten glaubte. Mit J konnte ich die Nächte durchtanzen. Egal ob in einer Jazzbar oder einem angesagten Club – und entdeckte wilde Seiten an mir.

Im Nachhinein nur das schlechte am Ex sehen? Nö!

Natürlich zeigten mir meine Kerle auch, was ich nicht will im Leben. Und welche Art von Beziehung ich mir eigentlich wünsche. Sie waren zu dem Zeitpunkt alle genau richtig für mich – aber eben nicht für immer. Sonst wäre ich mit einem von ihnen ja heute noch zusammen. Aber im Nachhinein immer nur die schlechten Seiten am Ex sehen? Nö, dafür haben sie mir alle viel zu viel mitgegeben. Durch sie bin ich zu der Frau geworden, die ich heute bin. Mit all den Macken und Verletzungen, aber auch Stärken und Meinungen. Ich sehe auch gar nicht ein, weshalb ich jedes Mal ein komisches Gefühl in der Bauchgegend haben sollte, nur weil mich etwas an einen meiner Exfreunde erinnert.

Die Liebe ist vorbei, die gute Erinnerung bleibt

Man muss wirklich mal versuchen, die ganze Angelegenheit positiv zu sehen. Dann verfliegen all der Groll und die Enttäuschung über so eine verlorene Liebe. Meine Mutter hat das einmal sehr schön auf den Punkt gebracht: „Ich bin zwar nicht mehr mit eurem Vater zusammen, aber er hat mir das Schönste geschenkt, was ich im Leben habe: meine Kinder.“ Man kann es also schaffen, das Gute im Traurigen zu sehen. Die Liebe ist vorbei, aber die gute Erinnerung an diesen besonderen Menschen bleibt.


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Kira Brück (33) ist eigentlich ein Countrygirl aus Hessen, lebt heute aber in München. Beim Kolumnenschreiben lässt sich die Journalistin am liebsten von Eva Cassidy, Norah Jones und Tracy Chapman inspirieren. Auf die besten Ideen kommt Kira beim Ausreiten mit ihrem Pferd Fleur. Nicht widerstehen kann sie Choco Crossies, Mr. Darcy und sehr schnellem Skifahren.